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Beim Wort genommen: Verballhornung

 

Verballhornung

Grafik: social stories

Wer etwas verballhornt oder ballhornisiert, der „verschlimmbessert“ es – unabsichtlich oder (etwa als Satire) auch mit voller Absicht.

Der Begriff ist spätestens seit dem 18. Jahrhundert gebräuchlich und geht zurück auf den Lübecker Buchdrucker Johann Bal(l)horn († 1603). In dessen Werkstatt soll im Jahr 1586 ein überarbeitetes Exemplar des Lübischen Rechts zum Nachdruck gelegen haben. Dem gewissenhaften Drucker fielen einige Unstimmigkeiten und Fehler auf, die offensichtlich bei der Überarbeitung durch einen heute Unbekannten entstanden waren.

Kurzerhand nahm Balhorn selbst eine vollständige Neubearbeitung des Werkes vor – und verschlimmbesserte alles. Weil er nämlich dafür eine noch ältere Fassung des Lübischen Rechts zugrunde legte, enthielt seine Arbeit am Ende weitaus mehr Fehler als die Vorlage, die ihm zum Druck gegeben worden war.

Typische Beispiele für absichtliche Verballhornungen sind der Wunsch „Hals- und Beinbruch!“ (vom jiddischen „hatsloche un broche“: „Erfolg und Segen“), „Hokuspokus“ (vom lateinischen „hoc est [enim] corpus“: „[denn] das ist mein Leib“ in der lateinischen Messe) und „Ballermann 6“ (Strandlokal bei Palma de Mallorca, vom spanischen „Balneario Nº 6“: „Kurort“).

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