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Beim Wort genommen: Folge 51

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Kokolores

Redundanz kann auch was Schönes sein, z. B. bei kreativen Wortschöpfungen für Begriffe, die täglich hundertfach gebraucht und deshalb auch in zig Varianten parat sein sollten. „Blödsinn“ ist so ein Schlüsselwort, und der sinnverwandten Bildungen sind viele: Scheiß, Schwachsinn, Bockmist, Quark, Käse, Stuss … im Rheinland auch: Kappes. Eine etwas aus der Mode gekommene Perle aus dieser Reihe ist der Kokolores, ein Exot, von dem man nicht einmal die genaue Herkunft kennt. Das Wort galt lange als Pseudo-Latein, weil die Endung -es einen lateinischen Plural (Doctor, Doctores; Lector, Lectores) und damit die eigene Schlauheit vorgaukelte, also Unsinn war. Doch etlichen Sprachforschern fiel die – zumindest lautliche – Ähnlichkeit zum Gockel auf. Da sind wir vermutlich auf der richtigen Fährte, wenn man bedenkt, dass dieses niedere Tier gerne großtut durch stolze Gangart und unnützes Gekrähe. Passt alles haarscharf zur aktuellen Duden-Definition von Kokolores: Unsinn, Getue, Aufheben. Na bitte!

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