„Wie kann es sein, dass die PISA-Ergebnisse in Deutschland so schlecht sind?“, habe ich mich gefragt, als die Ergebnisse der diesjährigen PISA-Studie in der Presse bekanntgegeben wurden.
Die Zahlen schockieren und machen mich zugleich wütend. Nicht weil es um Schulnoten und Rankings geht, sondern weil hinter diesem Ergebnis Kinder und Jugendliche stehen und die Frage: Wie gut sind sie auf das Leben vorbereitet? Auch deshalb hatte die Initiative „Bildungswende JETZT!“ am Aktionstag am 19. September bundesweit zu Demonstrationen aufgerufen.
Laut aktueller PISA-Studie hat insbesondere die Lesefähigkeit in vielen Ländern (darunter auch Deutschland) nachgelassen. Mithilfe der PISA-Studie wurde herausgefunden, dass es vielen Schülerinnen und Schülern immer schwerer fällt, längere und komplexe Texte zu verstehen. Die Anzahl der „hasty readers“, die Texte nur noch schnell überfliegen und deshalb häufiger falsche Antworten in der Studie gegeben haben, hat weltweit zugenommen.
Gerade beim Lesen und Verstehen von Texten wird es aber kritisch. Denn wer Schwierigkeiten hat, Texte zu erfassen, hat es auch später im Berufsleben schwer.
Die Ursachen sind vielfältig:
📌 Soziale Herkunft: Noch immer hängt der Bildungserfolg in Deutschland stark davon ab, aus welcher Familie ein Kind kommt. Die Unterschiede zwischen privilegierten und benachteiligten Jugendlichen sind seit 2015 sogar größer geworden.
📌 Fehlende individuelle Förderung: Schwierigkeiten werden oft nicht früh genug erkannt oder gezielt aufgefangen.
📌Der weiter zunehmende Mangel an Lehrkräften sowie Erzieherinnen und Erziehern
📌 Verändertes Leseverhalten: Viele Jugendliche überfliegen Inhalte nur noch. Ob Social Media tatsächlich die Ursache für die schlechtere Lesekompetenz ist, lässt sich allerdings nicht eindeutig belegen.
Uns als Lektorat beschäftigt die stetig abnehmende Lesefähigkeit auch, und wir merken die Defizite in unserer täglichen Arbeit. Texte zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen und Informationen richtig einzuordnen, sind schließlich die Grundlage für unsere Arbeit – und für so vieles im Leben. Lesen sollte nicht nur eine schulische Pflicht sein, sondern Freude machen! ❤️
Dafür braucht man Eltern, die ihren Kindern vorlesen, engagierte Lehrkräfte und Erzieher, die Geschichten lebendig machen. Großeltern, die sich Zeit nehmen. Und Lesepaten, die Kindern zeigen, wie schön es sein kann, in eine Geschichte einzutauchen. 📚✨
Gerade für Kinder mit Migrationshintergrund ist Begeisterung für das Lesen und ein einfacher Zugang zu Büchern und Sprache entscheidend.
Denn wer gerne liest, liest häufiger. Und er erweitert dabei seinen Wortschatz, entdeckt neue Welten und lernt, selbstständig zu denken.
Bildquelle: canva

