Dolmetschpannen sind vermeidbar

Dolmetscher #86675104 © lightpoet - Fotolia.com

 

Falls auch Sie sich für die Olympischen Winterspiele 2018 begeistern konnten und nicht des Koreanischen mächtig sind, haben Sie vermutlich während der Eröffnungsfeier minutenlang vor dem Bildschirm gesessen und sich nach einem Dolmetscher gesehnt. Aber die feierlichen Eröffnungsworte blieben – zumindest auf Deutsch ­­– leider aus.

Weder die Rede des Vorsitzenden des nationalen Organisationskomitees, Lee Hee-beom, noch die Ansprache des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in wurde vom Koreanischen ins Deutsche übertragen. Nach eigenen Angaben hatte DasErste eine Rede auf Englisch oder Französisch, also in einer der beiden offiziellen Sprachen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), erwartet.

Auch wenn  den Verantwortlichen des Senders offensichtlich nicht bewusst gewesen ist, dass die Begrüßungen durch den Vorsitzenden des Organisationskomitees und den Staatspräsidenten nur auf Koreanisch stattfinden sollten, wäre eine Vorbereitung für diesen Fall dringend erforderlich gewesen.

Nähere Informationen zum Sprachendebakel während der Olympia-Eröffnung finden Sie unter http://www.spiegel.de/kultur/tv/olympia-2018-ard-ohne-koreanisch-dolmetscher-bei-eroeffnungsfeier-a-1192700.html.

Doch wie bereitet man sich richtig auf Dolmetschtermine vor?

Für uns als Vermittler von Dolmetschleistungen steht eine gute Kommunikation an erster Stelle, um Dolmetschpannen wie die bei den Olympischen Winterspielen zu vermeiden.

Es empfiehlt sich, bereits vor der Auftragsvergabe den eigenen Bedarf und individuelle Ansprüche klar zu artikulieren. Dabei sollten Sie neben der Sprachrichtung auch die ggf. gewünschte Muttersprache des Dolmetschers definieren sowie Branche, Fachrichtung und natürlich den Termin eindeutig festlegen. Zu den Informationen, die der Dolmetscher von Ihnen benötigt, gehört aber auch eine Auskunft über die vorhandenen Arbeitsbedingungen am Veranstaltungsort einschließlich der technischen Ausstattung. Sie sollten dem Dolmetscher sämtliche Redemanuskripte, Fachinformationsmaterial und Fachvokabular rechtzeitig zur Verfügung stellen, damit er sich bestmöglich vorbereiten kann.

Außerdem sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass dolmetschen nicht gleich dolmetschen ist. Wir vermitteln Ihnen sowohl Simultan- als auch Konsekutivdolmetscher, damit Sie und Ihre Kunden dasselbe verstehen. Verschiedene Gesprächs- oder Verhandlungssituationen verlangen nach unterschiedlichen Dolmetscharten. Klären Sie daher vor Auftragsvergabe, welche Dolmetschart benötigt wird.

Simultandolmetscher

Simultandolmetscher werden vor allem auf internationalen Konferenzen oder Kongressen, auf denen mehrere Sprachen parallel zu übersetzen sind, eingesetzt. Von Dolmetscherkabinen aus beobachten sie die Redner und übersetzen zeitgleich (simultan) das Gesprochene in die jeweilige gebuchte Sprache. Die Verdolmetschung wird dabei von den Zuhörern über Kopfhörer mitverfolgt.

Die Arbeit als Konferenzdolmetscher erfordert nicht nur exzellente Sprachkenntnisse der Mutter- und Fremdsprache, sondern auch eine gute Allgemeinbildung sowie Fachkenntnisse. Stressresistenz, Improvisationstalent und hohe Konzentrationsfähigkeit sind ebenfalls unabdingbare Voraussetzungen für diesen Beruf. Dennoch sollte stets beachtet werden, dass bei längeren Vorträgen ein gegenseitiges Ablösen der Dolmetscher im 20-Minuten-Takt notwendig ist, da das Simultandolmetschen Studien zufolge eine der stressigsten Tätigkeiten der Welt ist.

Konsekutivdolmetscher                                                   

Beim Konsekutivdolmetschen übertragen die Dolmetscher Redebeiträge zeitversetzt (konsekutiv). Redner und Dolmetscher sprechen also nacheinander und nicht parallel. Während der Redner spricht, macht sich der Dolmetscher üblicherweise mit einer bestimmten Notationstechnik Notizen und übersetzt im Anschluss das Vorgetragene abschnittsweise.

Sowohl ein gutes Kurzzeitgedächtnis als auch hervorragende rhetorische Fähigkeiten sind für die Arbeit als Konsekutivdolmetscher von enormer Bedeutung. Da man beim Konsekutivdolmetschen auf Veranstaltungen oftmals direkt neben oder hinter dem Redner steht, ist eine technische Dolmetschausrüstung wie die in einer Dolmetschkabine nicht notwendig.

Was können Sie von unseren Dolmetschleistungen erwarten?

  • Professionelles Simultandolmetschen auf Messen, Kongressen und anderen Großveranstaltungen
  • Konsekutivdolmetschen in höchster Qualität in allen gängigen Sprachkombinationen
  • Fremdsprachliche Kommunikation und Begleitung, z. B. bei Messeterminen, Konferenzen, Symposien, gerichtlichen Angelegenheiten und jeder Art von Meetings mit ausländischen Partnern
  • Absolute Diskretion

Sie suchen einen Simultan- oder Konsekutivdolmetscher?

Gerne unterbreiten wir Ihnen nach Ihren Wünschen ein unverbindliches Angebot. Schildern Sie uns Ihren Bedarf und wir finden die passende Dolmetschleistung.

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Auflösung unseres Weihnachts-Gewinnspiels

Hier nun wie versprochen die Auflösung unseres Weihnachts-Gewinnspiels
Wie „weihnachtsfest“ sind Sie?

 

Richtig waren folgende Antworten:

1. Jehoschua, Isa und Josua, all dies sind andere Namen für

  a) Jesus

2. Seit wann gibt es eine Adventszeit?

  a) 4. Jahrhundert

3. Wann feiern russisch-orthodoxe Christen Weihnachten?

b) am 7. Januar

 

Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir 10 x 1 Buch aus unseren Lesetipps. Die Gewinner werden von uns benachrichtigt.

Harry Potter aus dem Computer!

Wie kreativ ist künstliche Intelligenz?

Da stutzten aber einige in der zweiten Dezemberwoche: ein neuer Harry Potter? Ganz ohne große Ankündigung und Marketing-Tamtam?
Na ja, immerhin passt das relativ schmale Buch namentlich in die Romanreihe von Joanne K. Rowling, deren Bände – zwischen 1997 und 2016 mit einer Gesamtauflage von etwa einer halben Milliarde Exemplaren erschienen – den größten Bucherfolg der 2000er-Jahre und die zweiterfolgreichste Filmreihe der Geschichte repräsentieren.

Aber irgendwie ist bei dem hier, nach bisher acht Bänden der Erfolgsautorin, alles ein wenig anders – nicht nur der sperrige Titel „Harry Potter und das Porträt von so etwas wie einem großen Haufen Asche“.

Vollständige Verwirrung stellt sich spätestens beim Schmökern im 13. Kapitel „Der Gutaussehende“ ein, das jetzt veröffentlicht wurde. Bekannte Namen und Inhalte prallen auf einen Schreibstil, der mittig zwischen Blindtext und Gebrauchsanweisungen für Elektrokleingeräte aus chinesischer Fertigung angesiedelt zu sein scheint. Wenn man nach zwei, drei Sätzen erst einmal aufgehört hat, nach einem wie auch immer gearteten erzählerischen roten Faden zu suchen, legt man das Buch entweder schnell aus der Hand – oder lacht sich über die aneinandergereihten Sätze voller sinnfreier Blödeleien schlapp.

Probe gefällig?

„‚Gar nicht mehr so hübsch‘, dachte Harry, als er Hermine in die scharfe Soße tunkte.“ Oder „Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.“

Also, Tränen aus den Augenwinkeln wischen, tief Luft holen – hier kommt die Aufklärung.

Tatsächlich stammt dieser Harry Potter natürlich nicht aus der Feder der legendären Joanne K. Rowling, deren kreatives Verdienst es vor allem ist, eine derart in sich geschlossene und stimmige Fantasie-Welt unendlich detailreich ersonnen und beschrieben zu haben. Vielmehr haben die experimentellen Köpfe der aus Schreibern, Künstlern, Entwicklern und Maschinen bestehenden amerikanischen Gruppe „Botnik“ http://www.botnik.org/ alle verfügbaren HP-Bände in einen Rechner eingelesen und dann eine Software ermuntert, der Heldensaga einen weiteren Band hinzuzuaddieren. Die künstliche Intelligenz des Programms merkte sich also Namen, Charakterbeschreibungen sowie Erzählverläufe und lernte, was einen typischen Harry-Potter-Satz ausmacht. Dann machte sie sich ohne Hemmungen ans kreative Schreiben.

Das Ergebnis ist ein „Text“, der dem mit der Reihe vertrauten Leser einerseits vielfältige Erlebnisse des Wiedererkennens beschert, andererseits aber ohne jeden Zusammenhang und ohne Sinnhaftigkeit auskommen muss – so wie
„Das Hausschwein von Hufflepuff blähte sich auf wie eine Kröte. Dumbledore lächelte es an und legte seine Hand auf den Kopf: ,Du sollst nun Hagrid sein.ʻ“

Ein interessantes Experiment also, das zwar grandios in die Hose gegangen ist, aber immerhin zeigt, dass künstliche Intelligenz noch lange nicht intelligent oder gar kreativ genug ist für die Erstellung verständlicher und origineller Texte.

Deshalb unser Tipp: Lassen Sie Ihre Texte auch weiterhin bei Wort für Wort erstellen – von Menschen, die sowohl von der Materie als auch von der Sprache etwas verstehen.

http://botnik.org/content/harry-potter.html

Jamaika-Aus ist Wort des Jahres 2017

Als die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am 8. Dezember zum 41. Mal das Wort des Jahres bekanntgab, wird das Ergebnis kaum jemanden überrascht haben:

Die Beendigung der Sondierungsgespräche über eine schwarz-gelb-grüne Koalition durch die FDP am 19. November lag da gerade knapp drei Wochen zurück, und bis dahin hatte das Thema „JA-maika oder NEIN-maika?“ (Bild, 18.11.2017) die Inlandsnachrichten geraume Zeit klar dominiert.

Jamaica-Aus Wort für Wort© erlire – Fotolia.com

Der Begriff „Jamaika“ wurde schon in den 1990er Jahren verwendet, als es um die Beschreibung (denkbarer) Koalitionen von „schwarzer“ CDU/CSU, „gelber“ FDP und den GRÜNEN ging, weil eben dies die Flaggenfarben des karibischen Inselstaates sind. Interessant ist, wie schon bald nach der Bundestagswahl am 24. September und der kurzfristigen Entscheidung der SPD, in die parlamentarische Opposition gehen zu wollen, die nun denkbare „Jamaika-Koalition“ in der öffentlichen Diskussion auf „Jamaika“ verkürzt wurde und wie dabei in nur wenigen Wochen die Aussprache von „Dschamäika“ über „Dschamaika“ zu „Jamaika“ (mit J wie Ja) eingedeutscht wurde.

Das Jamaika-Aus bringt das abrupte Ende multilateraler Koalitionsbemühungen, die einen wesentlichen Teil des politischen Jahres in der Bundesrepublik geprägt haben, in prägnanter Form auf den Punkt und erfüllt damit das Hauptkriterium der GfdS für ihr Wort des Jahres: Hauptvorstand und wissenschaftliche Mitarbeiter interessieren sich nicht für besonders häufig verwendete Ausdrücke, sondern wählen solche, die das zu Ende gehende Jahr treffend charakterisieren.


Das gilt natürlich auch für die neun Begriffe, die zusammen mit dem Sieger als die Top Ten eines Jahres veröffentlicht werden. Die Lektüre der gewählten Begriffe und ihrer Begründungen ist durchaus unterhaltsam und vermittelt eine Art Jahresrückblick im Schnelldurchgang.

Platz 2: Ehe für alle

Nicht tatsächlich „für alle“, aber für gleichgeschlechtliche Paare ist die Ehe seit dem 1. Oktober 2017 eine Option, nachdem der Bundestag dies am 30. Juni beschlossen hatte. Damit bezeichnet die „Ehe“ nicht länger nur den „gesetzlich anerkannten Lebensbund von Mann und Frau“.

Platz 3: me too

Unter dem Hashtag „#MeToo“ solidarisieren sich seit Oktober 2017 von sexuellen Übergriffen betroffene Frauen, um auf die weite Verbreitung des Übels hinzuweisen und z. T. auch, um Täter zu benennen.

Platz 4: covfefe

Mit diesem Buchstabengebilde hat es wohl erstmals ein Tippfehler zu einer derartigen Bedeutungsaufwertung gebracht. Twitter-Präsident Trump erntete für den nie erklärten Tweet „Despite the constant negative press covfefe“ („Trotz der konstant negativen Presse-‚covfefe‘“) weltweit Hohn und Spott, die GfdS-Juroren sahen darin eine typischerweise bei Populisten anzutreffende „neumedial gestützte Informationsverknappung“.

Platz 5: Echokammer

Die sozialen Medien versorgen ihre Nutzer vornehmlich mit solchen Inhalten, die sie für passend zu deren zuvor analysierten Interessengebieten halten. Die Folge kann eine Spirale der Bestätigung von Meinungen und Ideologien sein, wenn nur noch kommuniziert wird, was der Nutzer ohnehin befürwortet.

Platz 6: Obergrenze

Dieser zentrale Ausdruck aus der „Flüchtlingsdebatte“ steht für die gerade noch vertretbare Anzahl an Menschen, die in unsere Gesellschaft aufgenommen und integriert werden sollen. Sie variiert mit der ideologischen Ausrichtung und kann fix oder variabel sein („flexible Obergrenze“, „atmender Deckel“).

Platz 7: Diesel-Gipfel

Werden keine weiteren Maßnahmen ergriffen, drohen Dieselfahrzeugen infolge ihrer Schadstoffemissionen künftig zumindest lokale Fahrverbote. Um diese abzuwenden, lud die Bundesregierung Vertreter des Bundes, der Länder, der Kommunen und der Industrie zu zwei Spitzentreffen ein, auf denen geeignete Schritte erörtert und die Investition von mehreren Milliarden Euro zur Lösung der Problematik beschlossen wurden.

Platz 8: Videobeweis

Wie in anderen Sportarten soll seit 2017 auch in der Fußballbundesliga die Auswertung von Videoaufzeichnungen für die Absicherung von Schiedsrichterentscheidungen und mehr Gerechtigkeit auf dem Platz sorgen. Der „Videoassistent“ verfolgt die Begegnung auf einem Bildschirm und steht über Funk mit dem Schiedsrichter in Verbindung.

Platz 9: Denkmal der Schande

Diese Bezeichnung, die der nationalistische AfD-Politiker Björn Höcke für das Berliner Holocaust-Mahnmal verwendete, nahm die GfdS-Jury als ein Beispiel für den Versuch von Rechtspopulisten, die Grenzen des Denkbaren und Sagbaren bewusst provozierend zu verschieben.

Platz 10: hyggelig

Dieses Wort, das im Dänischen gemütlich, angenehm, nett bedeutet, steht für ein entsprechendes Lebensgefühl und ist ein Beleg für das Eindeutschen von Wörtern auch aus anderen als der englischen Sprache.

Wenn Sie tiefer in das Thema Wort des Jahres einsteigen möchten: https://gfds.de/aktionen/wort-des-jahres/

Gern reicht das Team von Wort für Wort auch Ihre Vorschläge für das Wort des Jahres 2018 ein.

Mailen Sie Ihr Wort des Jahres einfach an:

kontakt@wortfuerwort.de