„Pushback“ ist das Unwort des Jahres 2021

Was ein Wort ist, davon haben Sie und wir eine recht klare Vorstellung.
Aber was ist ein Unwort?

„Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres“ nennt sich eine Jury, die Jahr für Jahr solche Wörter aufspürt, die unangemessen, verschleiernd, diffamierend, irreführend oder euphemistisch sind und darauf hinwirken sollen, gesellschaftliche Gruppen, die Menschenwürde einzelner oder die Demokratie als Ganzes zu diskreditieren: Unwörter eben.

Gemessen an diesen Ansprüchen kann die Wahl des Wortes „Pushback“ als gelungen gelten. Der alltagsenglische Ausdruck für zurückdrängen, zurückdrücken werde verharmlosend für die menschenfeindliche Praxis europäischer Grenztruppen verwendet, Geflüchtete nach dem Erreichen eines Landes illegal über dessen Grenzen zurückzuschieben, ohne ihnen die Möglichkeit zu geben, das Menschen- und Grundrecht auf Asyl wahrzunehmen, begründet die Jury ihre Wahl.

Das „Unwort des Jahres“ wurde von 1991 bis 1994 durch die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) gewählt, seit 1995 durch die „Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres“.

Auflösung unseres Weihnachts-Gewinnspiels 2021

Hier die Lösungen zu unserem Gewinnspiel „Weihnachten kurios“:

 

Frage 1: Richtig ist selbstverständlich Lösung b). Maultaschen gibt es ja das ganze Jahr über, und die sind weiß Gott kein Festtagsschmaus. Und sein Daimler ist dem Schwaben zwar heilig, aber als Baumdeko? Tatsächlich jedoch gibt es in Oberschwaben und Teilen Bayerns den Brauch des „Baumlobens“. Ab dem zweiten Weihnachtstag machen sich Grüppchen von Freunden, Kollegen oder Vereinskameraden auf, um bei Bekannten den Baum anzuschauen und ihn – nicht unbedingt wahrheitsgemäß, aber wortreich – in all seiner Schönheit zu rühmen, bis der geschmeichelte Gastgeber eine Runde Schnaps springen lässt. Auf jede lange Rede folgt ein Kurzer … Also ist dieser Brauch eigentlich eine Form des Bettelns, was ja wunderbar zum Stereotyp des sparsamen Schwaben passt.

Frage 2: Korrekt ist hier natürlich c). Alles andere klingt ja zu abstrus, oder? Tatsächlich sollen der Legende nach Sinterklaas und der Zwarte Piet den Sommer in Spanien verbringen und die Sonne genießen, bevor sie erst kurz vor ihrem großen Auftritt zur Weihnachtszeit per Boot in die Niederlande schippern. Beweis dafür ist, dass Weihnachten in den Küstenstädten Hollands noch heute besonders üppig zelebriert wird.

Frage 3: Auch hier ist c) richtig. Und wenn die Antwort doppeldeutig klingt, dann ist das ebenfalls richtig, denn Weihnachten ist für junge Chinesen ein Fest der Liebe in Form von feuchtfröhlichen Partys und One-Night-Stands, ja sogar ein Fest, zu dem angeblich One-Night-Stands verschenkt werden – kaum zu glauben! Aber da es in China kaum Christen gibt, hat Weihnachten keine Tradition und keine eigentliche Bedeutung; es ist einfach eine wilde Parallelveranstaltung, die zum antitraditionellen Lifestyle vieler junger Chinesen passt.

Was bedeutet eigentlich … cringe?

Haben Sie es mitbekommen? Das „Jugendwort des Jahres 2021“ ist „cringe“ [krindʒ].
Wenn Sie zu denjenigen gehören, die bereits mehr als 20- oder 22-mal Geburtstag feiern durften, fragen Sie sich möglicherweise: „Und was bedeutet das?“

Im Wörterbuch Englisch-Deutsch des Langenscheidt-Verlags, der die jährliche Wahl des Jugendwortes seit 2008 organisiert, finden sich unter „cringe“ die Einträge „schaudern, sich ducken, sich zusammenkrümmen, kriecherisch schmeicheln, kriechen“. Jugendliche nutzen das Wort gerne für besondere Peinlichkeiten, die etwa geeignet sind, ein unangenehmes Fremdschämen hervorzurufen.

Die Nachricht, dass „cringe“ nach einem 2. Platz im Vorjahr jetzt die Wahl zum Jugendwort des Jahres gewinnen konnte, brachte es sogar zu einer Meldung in der Tagesschau. Bemerkenswert, wie Sprecherin Susanne Daubner dem breiten TV-Publikum das Wörtchen anschaulich in seiner Anwendung erklärte:

„Cringe ist das Gefühl, das Sie haben, wenn ich den folgenden Satz sage:
Digga, wie fly ist eigentlich die Tagesschau, wenn sie mit Jugendwörtern flext?“

Absolut cool und kein bisschen cringe!

Hier gibt es das Video: https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-937035.html

Auflösung unseres Weihnachts-Gewinnspiels 2020

 

Hier nun wie versprochen die Auflösung unseres Weihnachts-Gewinnspiels
Wie „weihnachtsfest“ sind Sie?

 

 Richtig waren folgende Antworten:

1. Zum Weihnachtsfest in Schweden gehört auf jeden Fall

c) ein gemütlicher Fernsehnachmittag mit Donald Duck.

Runde 1: Klar doch, richtig ist Lösung c). Am Nachmittag stimmt sich ganz Schweden mit Donald-Duck-Sendungen auf die Festtage ein – eigentlich kaum zu glauben, oder? Aber danach gibt es ein traditionelles Smörgasbord und jede Menge Glögg, so heißt der schwedische Glühwein mit Mandeln und Beeren.

2. In Russland gehen eingefleischte männliche Singles Weihnachten nicht ans Telefon,

b) weil ihnen ein Heiratsantrag droht.

Runde 2: Korrekt ist b). Alles andere klingt ja auch reichlich autoritär. „Bei Anruf Verlobung“ ist mehr eine Verzweiflungstat einsamer Russinnen, die gleich zum Jahresauftakt ihren Statuswechsel unter Dach und Fach bringen wollen; Weihnachten wird nämlich erst am 7. Januar gefeiert. Gemäß der überaus beliebten Tradition werden oft auch völlig wahllos Nummern eingetippt, und es gilt: Wer abnimmt, hat quasi schon Ja gesagt.

3. Die Brasilianer beginnen die Weihnachtsfeier am 24. schon frühmorgens, werden aber erst abends beschenkt. Die Zeit vertreibt man sich

b) mit einem klassischen Truthahnessen.

Runde 3: Auch hier ist b) richtig, wenn auch alles andere als logisch. Aber an den Strand kommen die Brasilianer ja immer noch; an Weihnachten wird im Schatten der Palmen fürstlich geschlemmt, auch wenn dann der Bikini zwickt. Trotz tropischer Hitze ist dabei der Truthahn der Klassiker auf dem Tisch, übernommen aus Nordamerika.

 

Unter allen richtigen Einsendungen haben wir Buchgeschenke verlost. Die Gewinner*innen wurden von uns benachrichtigt.