Buchtipp Juni 2015: Bodo Mrozek – Das große Lexikon der bedrohten Wörter

Buchcover: Bodo Mrozek – Das große Lexikon der bedrohten WörterBodo Mrozeks Lexikon der bedrohten Wörter – Ein amüsantes und lehrreiches Nachschlagewerk für vom Aussterben bedrohte Begriffe.

Titel: Das große Lexikon der bedrohten Wörter Band I und II

Autor: Bodo Mrozek

Verlag: rororo (2008)

Genre: Humor, 384 Seiten

Warum gibt es bedrohte Wörter?

Sprache ist nicht statisch, sie verändert sich. Ein Grund dafür ist der ständige technische und kulturelle Wandel im Zuge der Globalisierung. Parallel dazu veralten einzelne Wörter oder werden durch neue, trendige Begriffe ersetzt. Trotz des Aussterbens einzelner Wörter zeigt ein Blick in den Duden, dass es noch nie zuvor so viele Worte in der deutschen Sprache gab wie heute.

Im „Lexikon der bedrohten Wörter“ beschäftigte sich Bodo Mrozek mit dem Thema, indem er bedrohte Wörter, die schon längst aus unserem Sprachgebrauch verschwunden sind, oder solche, denen dieses Schicksal noch bevorsteht, auf humoristische Art erklärt und ihrer „gedenkt“.

Was sind bedrohte Wörter?

In seinem Buch teilt Mrozek die bedrohten Wörter in verschiedene Kategorien ein. Zum einen gibt es Archaismen, Worte die allgemein als altmodisch betrachtet werden und vielen schon gar kein Begriff mehr sind. Beispiele dafür: „Oheim“ und „Muhme“. Ersetzt wurden sie durch die weitaus geläufigeren Begriffe „Onkel“ bzw. „Tante“.

Darüber hinaus gibt es Historizismen, das sind Worte, die jeder in seinem passiven Sprachgebrauch hat, die aber heute kaum mehr Anwendung finden, weil die Dinge, die sie bezeichnen, nicht mehr in unserem Alltag präsent sind. Dazu gehören der mittelalterliche „Lehnsherr“, aber auch die „Diskette“ oder die „Wählscheibe“.

Zuletzt gibt es noch Worte, die wir zwar in unserem alltäglichen Sprachgebrauch haben, deren ursprüngliche Bedeutung aber verloren gegangen ist und ersetzt wurde. Paradebeispiel hierfür ist der „Stegreif“. Heute nur noch bekannt durch die Redewendung „aus dem Stegreif“, bezeichnete er früher den Steigbügel. Im Laufe der Zeit wurde „Stegreif“ also durch „Steigbügel“ ersetzt und findet somit Platz im „Lexikon der bedrohten Wörter“.

Der Sinn des „Lexikons der bedrohten Wörter“?

Das „Lexikon der bedrohten Wörter“ entstand im Jahr 2004 im Zuge der Debatte um die neue deutsche Rechtschreibung und der Wahl des „schönsten deutschen Wortes“. Diese Themen machten Bodo Mrozek auf Worte aufmerksam, die langsam aus unserer Sprache verschwinden. Ein Jahr lang sammelte er diese sonderbaren Begriffe. Sein Ziel war es, verschüttete Worte freizulegen und andere vor dem Vergessen zu bewahren und einen liebevollen Umgang mit unserer Sprache zu fördern. So schreibt er im Nachwort des Buches, dass das Lexikon der bedrohten Wörter der deutschen Sprache gewidmet sei und sich an Sprachfreunde richte und er sich gegen die pure Sprachwissenschaft und den angeblichen „Verfall der deutschen Sprache“ wende.

Die Sammlung der bedrohten Wörter ist natürlich nicht vollständig, denn es kommen ständig neue hinzu. Falls Sie noch Wörter vorschlagen möchten, die vom Aussterben bedroht sind und auf die Rote Liste gesetzt werden sollten oder mehr bedrohte Wörter kennenlernen möchten, dann besuchen Sie doch die Internetseite zum Buch.

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