Buchtipp Februar 2015: Anthony McCarten: funny girl

McCarten erzählt die Geschichte einer jungen kurdischen Frau, die in London als Komikerin erfolgreich ist – und stets mit Burka auftritt.

Titel: funny girl

Autor: Anthony McCarten

Übersetzer: Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié

Verlag: Diogenes

Genre: Roman, 375 Seiten

Kurzinhalt von Anthony McCarten: funny girl

Azime wächst in einem Londoner Stadtteil auf. Als Tochter kurdischer Eltern ist sie sowohl in der islamischen als auch in der westlichen Kultur zu Hause. Sie fühlt sich aber durch die strengen Regeln, die ihr auferlegt werden, in ihrer persönlichen Freiheit beschnitten. Durch einen Freund erhält sie die Gelegenheit, ihrer Liebe zur Comedy und zum Witzeerzählen nachzugehen. Sie besucht heimlich einen Comedykurs, lernt dort andere Comedians kennen und schlüpft für ihre Auftritte vor wachsender Zuhörerschaft in eine Burka – vorerst ohne dass ihre Familie davon weiß. Sie ist die erste muslimische Stand-up-Comedienne der Welt, die so eine Möglichkeit findet, ihre Stimme zu erheben gegen Terror und Diskriminierung.

Was mich an dem Roman funny girl von Anthony McCarten so fasziniert:

Der neuseeländische Autor McCarten hat ein hochaktuelles Thema voller Zündstoff in eine Komödienform gegossen und ihm so über weite Strecken seine Schwere genommen. Die Leichtigkeit der Erzählung wird jedoch durchbrochen durch die Schilderung erschreckend realitätsnaher Situationen. War der Tod ihrer türkischen Freundin ein Selbstmord oder steckt deren Familie dahinter? Offen ausbrechender Rassismus zwingen die 20-jährige Azime förmlich zum Handeln.

So lernt man beim Lesen zweierlei: Zum einen erhält man einen Einblick in die Traditionen, die das Leben einer mittelständischen kurdischen Familie in London bestimmen, und erfährt, was passiert, wenn die islamischen Werte auf westliche Einstellungen prallen. Zum anderen ist der Roman eine glänzende und präzise Einführung in die Welt des Humors. Was lässt uns schmunzeln, worüber können wir lachen, was empfinden wir als unter die Gürtellinie gehend? Die Protagonistin Azime zeigt durch ihr couragiertes Auftreten, dass es sich lohnt, gegen rigide Traditionen aufzubegehren, der eigenen Begabung zu folgen und dafür einzustehen. Am Ende des Buches steht ihre gesamte Familie hinter ihr und blickt mit Stolz auf die selbstbewusste Tochter; ein versöhnliches Finale, das man sich auch für die Realität wünscht.

Einen Einblick in den Roman bietet diese Leseprobe.

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