Tag des Übersetzens

 Auch Wort für Wort feiert den „Internationalen Tag des Übersetzens“

Am 30. September wird bei uns in Köln – wie überall auf der Welt – der Tag des Übersetzens begangen. Grund genug also, kurz innezuhalten und über die Bedeutung von Übersetzungen für unser tägliches Leben nachzudenken.

Hieronymus am Schönen Brunnen, Nürnberg

Hieronymus-Figur am Schönen Brunnen in Nürnberg

Kaum vorzustellen, wie der Alltag ohne die Arbeit von Übersetzern aussehen würde: Es gäbe keine mehrsprachigen Internetseiten, auf Messen lägen ausschließlich Broschüren in der Sprache des Ausstellers aus, Beipackzettel von Medikamenten wären stets in der Landessprache gedruckt, Betriebs- und Bedienungsanleitungen gäbe es lediglich einsprachig und im heimischen Regal stünden nur Bücher deutschsprachiger Autoren.

Gefeiert wird der „Internationale Tag des Übersetzens“ seit 1953 jeweils am Todestag (30. September 420) des heiligen Hieronymus, der das Alte Testament aus dem Hebräischen in das damals gängige Latein übersetzte. Der etwas holperige Name „Hieronymus“ wird in unseren Breitengraden übrigens heute in der Übersetzung „Jerome“ vergeben.

Die globale Verbreitung von Wissen funktioniert heute, wie schon vor 2.000 Jahren, mittels der Übersetzung von Schriftstücken aller Art. Neben religiösen, politischen und wissenschaftlichen Texten zählten hierzu auch immer schon Texte von kulturellem Interesse wie Gedichte, Theaterstücke oder Lieder. Wir haben mittlerweile im Buchladen die Wahl zwischen Romanen aus Russland, Ägypten oder Peru, und die gesamte Weltliteratur ist uns nur durch die hervorragende Arbeit zahlreicher Übersetzer zugänglich.

Heutzutage ist die Menge an Texten, die jederzeit möglichst sofort in jeder Sprache abrufbar sein müssen, größer denn je. Man denke nur an die vielen Schriftstücke, die bei der EU in alle 23 Amts- und Arbeitssprachen übersetzt werden müssen. Um den Ansprüchen und Anforderungen dieses veränderten Marktes gerecht zu werden, arbeiten Menschen rund um den Globus gemeinsam an den vielfältigen Projekten.

An dieser Stelle deshalb ein großes Dankeschön an alle Übersetzer der Welt, die mit ihrer Arbeit zur „Völkerverständigung“ und Bereicherung unseres Lebens beitragen. Besonders erwähnen wollen wir hier unsere eigenen Übersetzer, die sich mit ihrer professionellen Leistung Tag für Tag für die Kunden einsetzen und bei Bedarf auch über Nacht eilige Präsentationen, Internetauftritte und Imagebroschüren in alle gängigen Sprachen übersetzen.

 

Die Shortlist für den Deutschen Buchpreis steht fest

Von Typographen bis Agenten ist alles dabei: die Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2012.
„Keine leichte Wahl“, findet man im Lektorat von Wort für Wort.

Wenn am 8. Oktober 2012 im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse der Deutsche Buchpreis verliehen wird, werden die Mitarbeiterinnen aus unserem Lektorat und Übersetzungsbüro in Köln dieses Ereignis aufmerksam mitverfolgen. Auf der Shortlist, der engeren Auswahlliste, befinden sich jetzt nur noch sechs Bücher, doch der Gewinner wird erst am Abend der Preisverleihung bekannt gegeben. Den lesebegeisterten Lektoren von Wort für Wort würde die Siegerauswahl aus den sechs völlig unterschiedlichen Romanen von deutschsprachigen Autorinnen und Autoren auch nicht leichtfallen. Doch während die Jury sich bis Anfang Oktober für das beste Buch entscheiden muss, haben wir es als einfache Leser und Nicht-Jurymitglieder besser: Wir dürfen alle sechs ohne Entscheidungsdruck genießen.

Von Typographen und Agenten

Für alle, die wie unsere Mitarbeiter aus Lektorat und Übersetzung tagtäglich für unsere Kunden mit Sprache arbeiten, ist Nichts Weißes von Ulf Erdmann Ziegler der Favorit, denn hier wird die Geschichte einer jungen Typographin erzählt, eingebettet in die Historie Deutschlands und die neuesten Entwicklungen im Bereich Typographie. Aber auch die anderen Bücher der Shortlist sind hochinteressant. Da wäre zum Beispiel das epische Werk Robinsons blaues Haus des schon über 80-jährigen Autors Ernst Augustin, ehemaliger Arzt und in beiden Berufen Spezialist für Persönlichkeitsspaltungen. Dem gegenüber steht der eher abgehobene Agentenroman Sand von Wolfgang Herrndorf, ein Buch, das sich nicht einordnen lässt und womöglich genauso viele Fragen stellt wie es beantwortet. Der schwerkranke Herrndorf hat mit Sand bereits den Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen. Ganz anders kommt hingegen Landgericht von Ursula Krechel daher mit der Geschichte eines jüdischen Richters, der nach 1945 wieder nach Deutschland zieht, wo jedoch von einer Rückkehr zur Normalität keine Rede sein kann. Mit phantastischen Elementen wartet Clemens J. Setz in seinem Roman Indigo auf, worin ein Lehrer mit gleichem Namen wie der Autor in einem Internat für ganz besondere Kinder auf seltsame Vorfälle stößt. Das passende Buch für Urlauber ist Fliehkräfte von Stephan Thome über einen Professor in der Midlifecrisis, der verschiedene Stationen in Europa abklappert.

Am Ende haben wir, unabhängig davon, wer den Preis gewinnt, eine Liste wirklich herausragender Werke vor uns. Also: Ran an die Bücher und selber lesen!

Und welches ist Ihr Favorit für den Deutschen Buchpreis 2012?

Der Deutsche Buchpreis ging 2012 an Landgericht von Ursula Krechel!