„Opfer-Abo“ ist Unwort des Jahres 2012

"Opfer-Abo" ist zum Unwort des Jahres 2012 gewählt worden.

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Am 15. Januar 2013 gab die Jury der Aktion „Unwort des Jahres“ unter dem Vorsitz der Professorin für germanistische Linguistik, Prof. Dr. Nina Janich, ihre Wahl des „Unwort des Jahres 2012“ bekannt. Sie hatte zuvor 2.232 Einsendungen von Bürgern mit 1.091 unterschiedlichen Vorschlägen gesichtet.

Das Rennen machte der von Wettermoderator Jörg Kachelmann in mehreren Interviews verwendete sprachliche Fehlgriff „Opfer-Abo“. Mit diesem Wort in dem Zusammenhang stelle man „Frauen pauschal und in inakzeptabler Weise unter den Verdacht, sexuelle Gewalt zu erfinden und somit selbst Täterinnen zu sein“, so die Meinung der unabhängigen Jury.

„Pleite-Griechen“ und „Lebensleistungsrente“ ebenfalls Unwort des Jahres

Die weiteren Unwörter wurden aus folgenden Gründen ausgewählt: So würde mit dem Begriff „Pleite-Griechen“ gleich ein ganzes Volk in „unangemessener und unqualifizierter Weise“ diffamiert. Das Wort „Lebensleistungsrente“, so die Sprachwissenschaftler, sei eine „irreführende bis zynische Bezeichnung für ein Vorhaben, bei dem unter sehr restriktiven Bedingungen eine geringfügige Zusatzleistung des Staates versprochen wird“.

Das Unwort „Anschlussverwendung“ Favorit von Wort für Wort

Das Unwort des Jahres 2012 war für das Team von Wort für Wort der wenig humane Begriff „Anschlussverwendung“, und wir hatten auch alle fest damit gerechnet, dass dieser von der Jury gewählt würde. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hatte 2012 den vor der Kündigung stehenden Schlecker-Frauen empfohlen, sich schnellstmöglich selbst um eine „Anschlussverwendung“ zu kümmern. Er hatte den Begriff aus der bürokratischen Bundeswehrterminologie übernommen. Dort steht er für die Überlegung, ein Bundeswehrmitglied nach Absolvierung eines bestimmten Dienstes in eine andere,
nicht militärische Laufbahn zu bringen.

Wenn Sie Ihr persönliches „Unwort des Jahres“ für 2013 vorschlagen möchten, können Sie dieses jederzeit und bis zum 31.12.2013 per E-Mail an die Jury der Aktion senden.
E-Mail: vorschlaege@unwortdesjahres.net

Einen kleinen Rückblick auf die Unworte der Jahre 2000 bis 2011 finden sie in diesem Artikel.

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