Buchtipp Januar 2013: Kremp und Ogilvie – Wenn ein lila Nashorn kommt

Buchtipp Wort für WortEin skurriles und humorvolles Bilderbuch von Kemp und Ogilvie über das Zuhören und eine ungewöhnliche Freundschaft

Titel: Wenn ein lila Nashorn kommt

Autorinnen: Anna Kemp und Sara Ogilvie

Verlag: Gerstenberg (2012)

Genre: Bilderbuch (Altersangabe: 3 bis 83 Jahre)

Kurzinhalt von Kemps und Ogilvies Wenn ein lila Nashorn kommt:

Daisy frühstückt gerade, als ein riesiges lila Nashorn in die Küche stapft, ihr zwei Pfannkuchen stiehlt und diese sofort verspeist. Von einem so unglaublichen Vorkommnis will Daisy natürlich sofort ihren Eltern berichten, doch diese haben – wie so oft – keine Zeit zum Zuhören, denn sie sind sehr beschäftigt …
So lebt das lila Nashorn eine Woche lang völlig unbemerkt mit im Haus: Daisy trifft es auf dem Gästeklo, an der Garderobe oder im Garten und einmal lümmelt es sich sogar auf dem Sofa. Die Eltern bekommen von alledem nichts mit, denn sie haben – richtig! – alle Hände voll zu tun und sowieso genug um die Ohren … Das bekümmert Daisy sehr, aber als sie sich mit dem ungewöhnlichen lila Dickhäuter anfreundet, hat sie endlich jemanden gefunden, dem sie alles erzählen kann und mit dem sie jede Menge Spaß hat.

Daisy erfährt, dass auch das lila Nashorn großen Kummer hat: Es hat Heimweh nach Afrika und möchte zurück, doch alle Versuche Daisys, ihm diesen Wunsch zu erfüllen, scheitern kläglich …

Bei einem Besuch im Zoo sehen Daisy und ihre Eltern dann die Anzeige „Vermisst wird ein großes lila Nashorn!“ und endlich (!) fällt der Groschen auch bei den Eltern … Sie helfen dem Dickhäuter beim Rücktransport nach Hause und – oh Wunder! – sie hören Daisy zu, als sie die Geschichte vom lila Nashorn noch einmal in aller Muße erzählt.

Was mir an diesem Buch von Kemp und Ogilvie so gut gefällt:

Sehr humorvoll wird in diesem Bilderbuch von Anna Kemp und Sara Ogilvie ein Phänomen dargestellt, das viele Kinder kennen: Keiner hört zu, keiner hat Zeit, alle sind mit sich selbst beschäftigt. Erst am Ende des Buches erkennen die gestressten Eltern, dass sie besser viel früher auf ihre Tochter hätten hören sollen.

Darüber hinaus wird auf unsentimentale, manchmal skurrile und überaus unterhaltsame Weise eine weitere wichtige Erfahrung dargestellt: In Situationen, in denen man sich einsam fühlt, muss ein Verbündeter her, ein Freund, ein Leidensgenosse, mit dem man seine Erfahrungen teilen kann und der einem als wunderbarer Kumpel zur Seite steht!

Das Buch ist ein Genuss auch durch seine pointierten, originellen und witzigen Abbildungen, die nicht einfach als bunte Bilder „nebenbei“ laufen, sondern einen wichtigen, ganz eigenen Beitrag leisten, indem sie die originelle Geschichte lebendig und spannend illustrieren. Toll!

Hier können Sie selbst einen Blick ins Buch werfen.

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