Buchtipp März 2012: Moritz Rinke – Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel

Buchcover: Moritz Rinke – Der Mann, der durch das Jahrhundert fielTragikomisch berichtet Moritz Rinke von alten Familiengeheimnissen, aus dem Teufelsmoor steigenden Gestalten und anderen verrückten Ereignissen

Autor: Moritz Rinke

Titel: Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel

Verlag: Kiepenheuer & Witsch (2010)

Genre: Roman (496 Seiten)

 

Kurzinhalt von Moritz Rinkes Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel:

Paul Wendland, letzter Nachkomme einer Künstlerfamilie aus Worpswede und heute eher erfolgloser Berliner Galerist, reist auf Bitte seiner Mutter an den Ort seiner Kindheit. Dort soll er sich um das drohende Absacken seines Geburtshauses im Teufelsmoor einschließlich der im Garten befindlichen Bronzestatuen bekannter Persönlichkeiten der Geschichte kümmern. Während er eine örtliche Baufirma damit beauftragt, das 1937 in den Besitz der Familie übergegangene Anwesen sicher im Boden zu verankern, unternimmt Paul seine Reise in die Vergangenheit, erinnert sich an lustig-skurrile Anekdoten aus der Zeit in der Künstlerkolonie, lüftet dabei aber auch all jene Familiengeheimnisse, über die in der Vergangenheit stets der Mantel des Schweigens ausgebreitet wurde.

Warum mir dieses Buch von Moritz Rinke so gut gefällt:

Mit trockenem Humor erzählt Rinke die Geschichte der Familie Kück; dabei greift er pointiert amüsante Begebenheiten auf: die seiner Geburt in einem Eichenschrank, da seine esoterisch veranlagte Mutter archaische Gebärhaltungen – in diesem Fall hängend über einer Kleiderstange, umgeben von tausend Jahre alter Eiche – ausprobieren wollte, jene Episode des von seiner Mutter verschmähten Liebhabers Ohlrogge, der aus Rache an ihrer Hochzeit den kompletten Garten samt Hochzeitsgästen mit Gülle überschwemmt, auch die Geschichte des von Willy Brandt angebissenen Stück Butterkuchens, das seine Großmutter jahrelang in der Gefriertruhe aufbewahrte, um seinen Besuch bei den Kücks unvergesslich zu machen usw. Neben diesen mit viel Wortwitz angereicherten Figurenzeichnungen schafft es der Autor darüber hinaus mit einer erstaunlichen Leichtigkeit, die gar nicht so lustigen Verstrickungen der einzelnen Protagonisten in Zeit und Geschichte offenzulegen.

Neugierige finden hier eine Leseprobe von Moritz Rinkes Romandebüt.

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