Glossar wichtiger Fachbegriffe im Lektorat

Auszeichnen
Textteile mit typografischen Zusatzinformationen versehen wie sperren, unterstreichen, kursiv setzen etc.

Autorenkorrektur
Korrekturdurchgang durch den Kunden, nachdem der Text im Lektorat war. Der Kunde muss aber nicht, wie der Begriff vermuten lässt, selbst der „Autor“ sein.

Blindtext
Platzhaltertext (meist: „Lorem ipsum dolor sit …“), der später durch konkreten Text ersetzt wird

Blocksatz
Anordnung der Textabschnitte in Blockform, d. h. alle Zeilen des Textes sind sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite bündig.

Divis
Der aus dem Lateinischen (divisum = das Geteilte) stammende Begriff bezeichnet den Trenn(ungs)- oder Bindestrich. Er trennt Wörter am Zeilenende und verknüpft zusammengehörende Teilbegriffe, Werte und Zahlen. Nicht zu verwechseln mit dem längeren Gedankenstrich!

Druckfahne
Probedruck, der von Autor, Lektor oder Korrektor auf Fehler durchgesehen wird; auch Korrekturfahne genannt

Durchschuss
Zeilenzwischenraum

Festabstand
Unveränderlicher Abstand, meist kleiner als ein normaler Wortzwischenraum

Flattersatz
Links- oder rechtsbündige Anordnung des Textes

Fliegenkopf
Auf dem Kopf stehender Buchstabe

Font
Schriftart

Geviert/Halbgeviert
Längenangabe; bei 12-Punkt-Schriften gilt als Wortabstand ein „Drittelgeviert“; der Gedankenstrich z. B. ist ein Halbgeviertstrich.

„Gut zum Druck“
Zeitpunkt, zu dem das Endprodukt in druckreifer Fassung vorliegt. Bei der Druckfreigabe hat der Auftraggeber die letzte Möglichkeit, Korrekturen vorzunehmen. Stellt er keine Fehler mehr fest, erklärt er die Publikation für druckreif oder „Gut zum Druck“ (GzD).

Hauskorrektur
Erste Korrektur nach erfolgter Satzerstellung

Hurenkind und Schusterjunge/Waisenkind
Hurenkind bezeichnet die einen Absatz oder ein Kapitel beschließende Einzelzeile, die am Anfang einer neuen Seite oder Spalte steht. Wenn eine Seite oder Spalte nach der ersten Zeile eines neuen Absatzes umbrochen wird, so wird diese allein am Ende der Seite oder Spalte stehende Zeile als Schusterjunge/Waisenkind bezeichnet.

Initiale
Grafisch hervorgehobener Anfangsbuchstabe bei Kapiteln oder Abschnitten

Initialwort
Buchstabenwörter wie SBB, KVB, DB, EU etc.

Kapitälchen
Buchstabe, der bei durchgängiger Schreibung in Versalschrift durch optische Hervorhebung als Anfangsbuchstabe eines Wortes gekennzeichnet wird

Kolumnentitel
Seitenüberschriften, in der Regel Kapitelüberschriften und Pagina

Kompress
Ohne Durchschuss; die Abstände zwischen den Zeichen werden aus Platzgründen oftmals verkleinert – manchmal zu Ungunsten der Lesbarkeit.

Kopfzeile
Siehe Kolumnentitel

Korrekturzeichen
Sammlung von Zeichen, um Fehler in einem Text kenntlich zu machen. Die gängigsten Korrekturzeichen sind im Duden Nr. 1 (Rechtschreibung) abgedruckt.
Sie finden Sie als Download auch auf unserer Homepage.

Laufweite
Abstand der Buchstaben zueinander

Ligatur
Buchstabenverbindungen, bei denen zwei Zeichen zu einem einzelnen Zeichen zusammengezogen werden, z. B. oeuvre, häufig, fliegen

Marginalie
Randspalte oder Randbemerkung außerhalb des Satzspiegels

Nullnummer
Ausgabe einer Zeitschrift oder Zeitung, die vor ihrem eigentlichen Erscheinen erstellt wird. Sie dient der optischen Veranschaulichung und kann nicht käuflich erworben werden.

Paginierung
Seitenzahlen

Punktgröße
Maßeinheit zur Bestimmung der Schriftgröße, abgekürzt pt./p

Recte
Die Recte (aus dem Lateinischen, rectus = gerade, ungebeugt) ist eine normal aufrechte, d. h. nicht kursive Schrift.

Revision
Sind die Korrekturen vom Kunden ins Layout/Manuskript eingepflegt worden, wird anschließend die richtige und vollständige Umsetzung der Korrekturen geprüft.

Satz
Art und Weise, wie der Text auf der Seite verteilt wird

Satzspiegel
Bedruckte Fläche einer Seite

Schriftschnitt
Variation einer Schriftart, z. B. durch Veränderung von Schriftstärke (mager, normal, fett), Schriftbreite (schmal, normal, breit) und Schriftlage (normal, kursiv)

Spatium
Verminderter Zeichenzwischenraum, kleiner als ein normales Leerzeichen, z. B. bei 50 %, z. B., 30 000

Sperren
Auseinanderrücken (Spationieren) der einzelnen Buchstaben

Tautologie
Eine Häufung gleichbedeutender Wörter, z. B. ein alter Greis im dichten Gedränge, eine runde Kugel in bunten Farben. Streng genommen sind solche Wortpaare und Zusammensetzungen unsinnig – doppelt gemoppelt nämlich. Eine weitere Gruppe von Tautologien entsteht oft aus nicht verstandenen Abkürzungen oder Fremdwörtern wie ABM-Maßnahme, HIV-Virus, PIN-Nummer oder Servicedienst.

Textkorrektur
Die Fehler werden ausschließlich auf einem Papierausdruck mit den Korrekturzeichen angezeichnet. Wichtig: Texte werden bei professionellen Lektoraten wie Wort für Wort nie direkt am PC-Monitor korrigiert, sondern auf dem Ausdruck der Datei gelesen. Die Gefahr, Fehler beim Lesen am Bildschirm zu übersehen, wird so umgangen.

Trennfuge/Trennstrich (weiche Trennung)
Optisch identisch mit dem Divis. Steht jedoch nur am Zeilenende und löst sich auf, sobald das getrennte Wort nicht mehr am Zeilenende steht und darum keine Trennung mehr erforderlich ist.

Umbruch
Zu fertigen Seiten angeordneter Text

Vakat
Leere, unbedruckte Seite

Versalien
Großbuchstaben, auch Majuskeln genannt