April 2012

Illuminati

Autor:             Dan Brown

Verlag:           Bastei Lübbe, 2000

Genre:           Roman

 

Kurzinhalt:

Robert Langdon ist Symbologe mit einem Faible für christliche Zeichenkunst. Ein nächtlicher Anruf verwandelt sein eher beschauliches Leben in einen Alptraum aus Mord und Intrigen: Er wird in eine hochexplosive Geschichte verwickelt, die eng mit dem als ausgestorben geltenden Wissenschafts-Geheimbund der Illuminati aus der Zeit der Renaissance verknüpft zu sein scheint.
Der Papst ist gestorben. Nun sind alle Kardinäle nach Rom gekommen, um einen neuen Stellvertreter Gottes zu wählen. Aber ein wahnsinniger Fanatiker entführt vier der aussichtsreichsten Kandidaten, um sie nach und nach in vier Kirchen mit Hilfe der vier Elemente Erde, Luft, Feuer und Wasser umzubringen und ihnen ein Brandsymbol der Illuminati auf die Brust zu brennen. Langdon ist der Einzige, der den Mörder stoppen kann und der gemeinsam mit dem Camerlengo, dem Kammerdiener des verstorbenen Papstes, in der Lage ist, eine Antimaterie-Bombe mit ungeheuerlicher Sprengkraft aufzustöbern, die den Vatikan in Staub verwandeln soll. Gemeinsam mit der Tochter eines ermordeten Physikers macht sich Langdon auf die Suche nach Zeichen der Illuminati an den römischen Kunstwerken …

 

Warum mich das Buch so fasziniert:

Normalerweise mache ich eine Riesenbogen um sogenannte Megabestseller wie diesen. Im Bücherschrank für ausrangierte Schätzchen habe ich dann doch zu Dan Browns Epos gegriffen – und es nicht bereut. Von der ersten Seite an fesselt das Buch ungemein und hält die Leser gefangen bis zur letzten Seite, selbst dann noch, wenn die Handlung ins Fantastische und Unrealistische abgleitet. Das historische Konstrukt um eine Verschwörungstheorie, das der Autor hier aufbaut, mag man kritisch sehen, auch die Flut an Themen, die er zwischen die Buchdeckel zwängt: ein bisschen Verschwörungstheorie, ein bisschen Kirchenkritik, ein bisschen Liebesgeschichte, ein bisschen Psychokrimi. Aber der Leser erfährt eine Menge nicht nur über die Stadt Rom und ihre Bauwerke, sondern auch über die Geschichte der Päpste und der katholischen Kirche, und das in einem schwindelerregenden Tempo.

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März 2012

Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel

Autor:            Moritz Rinke

Verlag:           Kiepenheuer & Witsch

Genre:           Roman

Kurzinhalt:

Paul Wendland, letzter Nachkomme einer Künstlerfamilie aus Worpswede und heute eher erfolgloser Berliner Galerist, reist auf Bitte seiner Mutter an den Ort seiner Kindheit. Dort soll er sich um das drohende Absacken seines Geburtshauses im Teufelsmoor einschließlich der im Garten befindlichen Bronzestatuen bekannter Persönlichkeiten der Geschichte kümmern. Während er eine örtliche Baufirma damit beauftragt, das 1937 in den Besitz der Familie übergegangene Anwesen sicher im Boden zu verankern, unternimmt Paul seine Reise in die Vergangenheit, erinnert sich an lustig-skurrile Anekdoten aus der Zeit in der Künstlerkolonie, lüftet dabei aber auch all jene Familiengeheimnisse, über die in der Vergangenheit stets der Mantel des Schweigens ausgebreitet wurde.

Warum mich das Buch so fasziniert:

Mit trockenem Humor erzählt Rinke die Geschichte der Familie Kück; dabei greift er pointiert amüsante Begebenheiten auf: die seiner Geburt in einem Eichenschrank, da seine esoterisch veranlagte Mutter archaische Gebärhaltungen – in diesem Fall hängend über einer Kleiderstange, umgeben von tausend Jahre alter Eiche – ausprobieren wollte, jene Episode des von seiner Mutter verschmähten Liebhabers Ohlrogge, der aus Rache an ihrer Hochzeit den kompletten Garten samt Hochzeitsgästen mit Gülle überschwemmt, auch die Geschichte des von Willy Brandt angebissenen Stück Butterkuchens, das seine Großmutter jahrelang in der Gefriertruhe aufbewahrte, um seinen Besuch bei den Kücks unvergesslich zu machen usw. Neben diesen mit viel Wortwitz angereicherten Figurenzeichnungen schafft es der Autor darüber hinaus mit einer erstaunlichen Leichtigkeit, die gar nicht so lustigen Verstrickungen der einzelnen Protagonisten in Zeit und Geschichte offenzulegen.

 

 

Februar 2012

Tibet hinter dem SpiegelTibet hinter dem Spiegel

Autor:            Ulli Olvedi

Verlag:           Fischer 2008

Genre:           Roman

 
Kurzinhalt:

Ein altes, wertvolles Rollbild verschwindet aus einem Kloster in Tibet. Ein tibetischer Maler sakraler Bilder, der in Nepal für die Kunstmafia arbeitet, wird ermordet. Ein Freund des Malers, Tashi, wird verfolgt und findet schließlich Unterschlupf in einem Nonnenkloster. Diese Ereignisse führen dazu, dass drei sehr unterschiedliche Personen in Kathmandu zusammentreffen: der Tibeter Tashi, der lange im Westen gelebt hat, die deutsche Buddhistin Teresa, die seit vielen Jahren im Osten lebt, und Teresas Enkelin Joe, eine Punk-Göre auf Ferienbesuch.
Die Verbindung mit dem verschwundenen Bild zwingt alle drei, in die Berge zu fliehen, an die Grenze zu Tibet – aber auch in die Grenzbereiche ihrer Seelenlandschaften.

Warum mich das Buch so fasziniert:

Diese Mischung aus Krimi und spirituellem Roman ist ein kleines, feines Buch. Es ist nicht nur spannend zu lesen, sondern lässt in seinem ruhigen Erzähltempo auch wie nebenbei die Hauptzüge buddhistischer Lebensauffassung miteinfließen und bringt sie so dem Leser nahe, ohne dogmatisch zu wirken. Gerade das ständige Ringen der Protagonistin Teresa, einer Deutschen, die sich nach Nepal zurückgezogen hat, mit den Werten des Buddhismus in Zeiten des emotionalen Aufruhrs und drohender Gefahr sowie ihr Bedürfnis, den Ansprüchen buddhistischer Lebensführung im Alltag gerecht zu werden, ist nicht nur sehr interessant zu lesen, sondern macht das Land Tibet selbst sowie das Leben und die Traditionen dort erstaunlich greifbar.

Januar 2012

Anständig essen, Karen DuveAnständig essen. Ein Selbstversuch

Autor:     Karen Duve

Verlag:    Galiani, 2011

Genre:    Sachbuch

Kurzinhalt:

Kann man sich so ernähren, dass andere Lebewesen auf der Welt davon den kleinstmöglichen Nachteil haben? Karen Duve hat es in einem Selbstversuch ausprobiert: jeweils zwei Monate Bioladen-Kost, vegetarisch, vegan und frutarisch (das, was die Pflanzen freiwillig geben, ohne dass sie dabei zerstört werden). Parallel zu ihrem Experiment setzt sie sich mit grundsätzlichen Fragen rund um Ernährungs- und Lebensgewohnheiten in den kurzweilig zu lesenden Exkursen auseinander. Darin beschäftigt sie sich z. B. mit dem Zusammenhang zwischen christlicher Religion und Massentierhaltung oder schildert die Befreiung von Hühnern aus einer Legebatterie. Am Ende ihres Versuchs zieht sie Resümee und wählt aus den ausprobierten Ernährungsweisen die für sie stimmigste aus.

Warum mich das Buch so fasziniert:

Karen Duve gelingt das schriftstellerische Kunststück, unangenehme Wahrheiten über die Verdrängung dessen, was tagtäglich unseren Mitgeschöpfen in zu engen Käfigen, mit Hormonen vollgestopft und ohne Auslauf angetan wird, gut recherchiert und mit Humor zu verpacken. Sonst wäre die Lektüre, die nichts für schwache Nerven ist, da sie auch die Lebensbedingungen von Kühen und Schweinen in Deutschland unter die Lupe nimmt, nicht zu ertragen. Lässt man sich auf Duves Argumentation ein, hat die Lektüre dieses Buches gravierende Folgen für den eigenen Ernährungsplan. Also: Vorsicht!